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Das BürgerBad in Merzhausen im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald feiert sein 50-jähriges Bestehen. Betrieben wird es seit mehr als 20 Jahren von einer gemeinnützigen Gesellschaft. Ohne das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern gäbe es das Bad womöglich nicht mehr, denn seine Zukunft stand mehrfach infrage, berichtet tagesschau.de.

Das Angebot ist breit: Es gibt Seniorenschwimmen, Bahnen zum Kraulen, ein Kinderbecken und Sprungtürme. Hinzu kommen ein Café und eine Sauna.

Das Merzhauser Gartenhallenbad wurde 1976 gebaut. Etwa 20 Jahre später begann die Debatte darüber, wie es mit dem in die Jahre gekommenen Haus weitergehen soll. Es wurden Gutachten eingeholt und Umbaupläne entworfen. Dann stand eine Schließung im Raum, wie die BürgerBad gGmbH rückblickend schildert. Um das abzuwenden, gründeten Bürgerinnen und Bürger 1998 den Förderverein Pro.Bad. Er sollte helfen, das Bad attraktiver und wirtschaftlicher zu machen.

Sechs Jahre später war die Lage laut der heutigen Geschäftsführerin Hannah Kegel erneut ernst. Damals hieß es ihren Worten zufolge, das Bad werde geschlossen, abgerissen und zum Baugebiet gemacht. Wieder formierte sich Widerstand, und die BürgerBad gGmbH wurde gegründet, um das Bad weiterzuführen. Heute sind Pro.Bad, der VfR Merzhausen und die DLRG-Ortsgruppe Hexental daran beteiligt.

Kegel, seit 2011 Geschäftsführerin, beschreibt die Stimmung von damals als stark polarisiert: Ein Teil des Ortes sei für das Schwimmbad gewesen, ein anderer dagegen. Der damalige Bürgermeister stellte sich gegen die Gesellschaft, und auch im Gemeinderat gab es viel Skepsis. Zweifel gab es laut Kegel vor allem daran, ob ehrenamtlich engagierte Menschen das Bad günstiger betreiben können als die Gemeinde. Dennoch bekam die Gesellschaft ihre Chance.

Seit der Übernahme 2004 hat die Gesellschaft mehr als zwei Millionen Euro in das Bad investiert. Das sei womöglich das, was andere von Merzhausen lernen könnten, sagt Kegel: Obwohl damals ein mehrfacher Millionenbetrag im Raum stand, müsse nicht alles sofort umgesetzt werden. Über die Jahre flossen Fördergelder und Zuschüsse der Gemeinde nach und nach in das Bad. Allein der Förderverein Pro.Bad sammelte bislang rund 640.000 Euro.

Weitere Einnahmen stammen von jährlich etwa 80.000 Badegästen und aus der Fernwärmeversorgung, die 2010 über Blockheizkraftwerke eingerichtet wurde. Das Schwimmbad beheizt damit Wohnungen, Geschäftshäuser, eine Sporthalle und einen Kindergarten in Merzhausen.

Anderen Bädern, denen die Schließung droht, einen konkreten Rat zu geben, sei schwierig, sagt Kegel. In Merzhausen hätten gute Besuchszahlen, angemessene Preise und gutes Einkaufen zum Erfolg beigetragen. Wichtig sei es zudem, Unterstützern zu zeigen, wohin ihr Geld fließt. Das meiste Geld gehe in die Technik und verschwinde damit im Keller. Deshalb habe man die Mittel des Fördervereins gezielt in Sichtbares gesteckt, etwa in Fliesen, Spieltiere und ein neues Sprungbrett. So lasse sich zeigen, was die Unterstützer mitfinanziert haben.

Für die Zukunft hält Kegel neue Diskussionen über das BürgerBad angesichts leerer Haushaltskassen für gut vorstellbar. Dann müsse man neu überlegen. Sie sei aber überzeugt, dass die Bevölkerung den Mehrwert eines Bades für die Gemeinde zu schätzen wisse, wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt habe. Sie hofft deshalb weiter auf Unterstützung.