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Fossilienforscher der Universität Tübingen haben in der Sammlung ihrer Hochschule eine bislang unbekannte Assel-Art entdeckt. Das Tier stammt ursprünglich aus Puerto Rico, ist mehr als 20 Zentimeter groß und liegt seit den 1980er Jahren in einer Schublade im Keller-Archiv der Universität. Dort diente es als Lehrmodell, untersucht worden war es bis dahin jedoch nicht genauer.

Die Forscher Benedikt Kästle und Ingmar Werneburg, die der Senckenberg-Gesellschaft zugeordnet werden, nahmen die getrocknete Riesenassel mit moderner Technik unter die Lupe. Dabei stellten sie fest, dass sich das Tier von allen bisher bekannten Arten unterscheidet. Es handelt sich also um eine neue Art. Genau genommen sei sie wiederentdeckt worden, da das Exemplar schon lange in der Tübinger Sammlung lag.

Die Gattung der neuen Art soll nach Angaben der Universität im Miozän entstanden sein, vor mehr als 15 Millionen Jahren. Forscher des Senckenberg Forschungsinstituts hatten erst vor Kurzem neue Vogelarten aus dieser Zeit entdeckt.

Besonders freut sich Werneburg nach eigener Aussage darüber, dass die Art nicht ausgestorben ist. Das erlebe er in seiner Forschung sonst nicht, sagte er dem SWR. Die Forscher gehen davon aus, dass in Puerto Rico weitere Tiere dieser Art leben. Das Exemplar im Tübinger Keller ist bislang das einzige bekannte.

Riesenasseln der Gattung Bathynomus kommen in allen Ozeanen vor. Sie können bis zu 50 Zentimeter lang und mehrere Kilogramm schwer werden und gehören als Krebstiere zu den größten wirbellosen Organismen überhaupt.

Wer eine neue Art entdeckt, darf sie auch benennen. Die Tübinger Forscher wählten den Namen Bathynomus tuebingoborikensis. Auf den Gattungsnamen folgen die Stadt Tübingen und der indigene Taíno-Name für Puerto Rico, Boríken.

Nach Einschätzung der Forscher kann die neu entdeckte Art dabei helfen, die Evolution aller Tiefseeasseln besser zu verstehen.