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Anlässlich des Welthospiztags am Samstag wird auf die Arbeit der Hospize aufmerksam gemacht. In diesen Einrichtungen werden schwerstkranke Menschen palliativ gepflegt und beim Sterben begleitet. Ein Beispiel ist das stationäre Hospiz der Stiftung St. Elisabeth in Ravensburg, das Hospiz Schussental. Es besteht seit zehn Jahren und bietet acht Patientinnen und Patienten Sterbebegleitung. Dort kümmern sich zwanzig festangestellte Mitarbeitende und ebenso viele Ehrenamtliche um die Nöte der Schwerstkranken.

Pflegedienstleiterin Antje Kropp beschreibt das Ziel des Hauses so: Man wolle den Hospizgästen die Angst vor dem Sterben nehmen, einfach bei ihnen sein und sie so gut wie möglich begleiten, was auch kommen möge.

Zu den Ehrenamtlichen zählt die Ravensburger Rentnerin Ulrike Wiberg. Sie unterstützt das Hospiz jede Woche vier Stunden als Betreuerin. Ihre Schicht beginnt sie mit einem Rundgang durch die acht geräumigen und hell gestalteten Gästezimmer. Nach ihrer Schilderung möchten manche Gäste länger mit ihr sprechen und noch etwas Wichtiges loswerden, andere wollen lieber ihre Ruhe haben. Wiberg nimmt beides so an, wie es kommt, und versucht, Zeit und Anteilnahme zu schenken. Das erscheint ihr neben der palliativen Versorgung als das Wichtigste in den letzten Momenten.

Im Hospiz erhalten Sterbende und ihre Angehörigen Begleitung, Beratung sowie medizinisch-pflegerische Versorgung. Im Vordergrund stehen Schmerzlinderung und Lebensqualität, der Wille der Kranken hat Vorrang. Angehörigen wird zudem Trauerbegleitung angeboten. Das erste stationäre Hospiz im Sinne der Palliative Care wurde 1967 im Vereinigten Königreich eröffnet, in Deutschland 1986. Das erste Kinderhospiz entstand 1982 ebenfalls im Vereinigten Königreich, in Deutschland 1998.

Wiberg organisiert im Hospiz Schussental außerdem das Donnerstagsfrühstück. An einem mit Sonnenblumen geschmückten Tisch sitzen Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Patientinnen zusammen und teilen selbst gemachte Marmelade, Rührei mit Kräutern und frische Brezeln. Solche Annehmlichkeiten schätzen die sterbenskranken Menschen und ihre Angehörigen sehr, ebenso wie die Spezialbadewanne, die Aromatherapie und den Garten des Hospizes.

Hospize finanzieren sich über die Krankenkassen, aber auch über Spenden, Bürgerstiftungen und die Arbeit ehrenamtlicher Mitarbeitender. Nur einem Bruchteil der unheilbar kranken Menschen kann eine solche fürsorgliche Sterbebegleitung ermöglicht werden. Das Hospiz Schussental ist durch die Stiftung St. Elisabeth und die Bürgerstiftung Ravensburg nach eigener Darstellung gut aufgestellt. Dennoch muss auch dort ein sechsstelliger Betrag über Spenden aufgebracht werden, wie Kropp erklärt.

Nach Kropps Angaben muss das Hospiz jedes Jahr fünf Prozent der Kosten selbst erwirtschaften, den Rest tragen die Krankenkassen. Auch diese fünf Prozent machten bereits einen sechsstelligen Betrag aus. Dafür müsse man einiges tun, ein Kuchenbasar reiche nicht aus.

Am Welthospiztag will Wiberg eine Kerze für all die Menschen anzünden, die sie im Hospiz Schussental bereits verabschieden musste. Sie erlebt solche Abschiede als erleichternd und zugleich traurig. Das sei der Weg, den die Menschen im Hospiz gehen. Es erfülle sie, ihnen den Abschied so leicht wie möglich zu machen.