Streit um Diesel-Deal: Trump fordert neuen Präsidenten für die Ukraine
US-Präsident Donald Trump hat vor Reportern einen Führungswechsel in der Ukraine verlangt. Hintergrund ist ein Streit um sein Diesel-Abkommen mit Russland, das der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj scharf kritisiert hatte.

US-Präsident Donald Trump hat sich vor Reportern dafür ausgesprochen, dass die Ukraine ein neues Staatsoberhaupt bekommt. Er sagte, es sei an der Zeit für einen neuen Präsidenten des Landes. Anlass ist der zunehmende Streit um sein Diesel-Abkommen mit Kremlchef Wladimir Putin, über das die WELT berichtet.
Nach Trumps Darstellung hätte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Krieg schon „viele, viele Male“ beenden können. Er habe sich aber dagegen entschieden. Trump forderte außerdem, die Ukraine solle ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien einstellen, und wählte dafür deutliche Worte. Sein Vorschlag lautet, dass sich das Land einen neuen Anführer sucht, der einen Deal schließen kann.
Zudem warf Trump Selenskyj vor, mit den Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Knappheit an Diesel beizutragen. Selenskyj wolle damit amerikanischen Landwirten und Viehzüchtern Probleme bereiten, behauptete Trump, weil Russland einen großen Teil des weltweiten Dieselkraftstoffs liefere.
Innenpolitisch steht Trump vor den US-Midterms am 3. November unter Druck. Die Dieselpreise sind gestiegen, und zwar infolge des Iran-Kriegs, den er laut WELT begonnen hat. Nach einem Gespräch mit Putin verkündete Trump eine Vereinbarung über Lieferungen von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus Russland. Dafür wollen die USA die Sanktionen gegen russischen Diesel vorübergehend aufheben. Der Kreml bestätigte den Handel.
Selenskyj hatte auf die Vereinbarung empört reagiert. Gegenüber dem US-Nachrichtenportal „Axios“ nannte er sie „nicht fair und nicht ehrlich“. Besonders verärgert zeigte er sich darüber, dass Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner zeitgleich zum Abkommen mit Putin in Miami mit ukrainischen Unterhändlern über ein mögliches Kriegsende verhandelten. Von dem geplanten Diesel-Abkommen sei dabei nicht gesprochen worden.
Auf Telegram schrieb Selenskyj, die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, sei eine Investition in den Krieg gegen die Ukraine. Diesen Krieg müsse man beenden und nicht verlängern. Moskau werde dafür mit weiterem „Terror und Gemeinheiten“ danken.